HL. KATHARINA von Alexandria (links)
Gedenktag: 25. November
Name bedeutet: die Reine (griech.)
Katharina ist eine legendäre Gestalt, sie wird erst ab dem 10. Jahrhundert erwähnt.
In ihrer Gestalt vereinigen sich Schicksal und Wesenszüge der heidnischen Gelehrten
Hypatia, die 415 durch Cyrill von Alexandria getötet worden war.
Der Legende nach war Katharina die Tochter des Königs Costus von Zypern. Als
der Sohn des Kaisers die schöne, hochgebildete und unermeßlich reiche Frau heiraten
wollte, sah diese in einem Spiegel, dass ihr der Bewerber nicht an Adel, Schönheit,
Reichtum und Weisheit entspreche. Auch andere Männer wies sie stolz ab. Ein
Einsiedler wies sie auf Christus als den richtigen Bräutigam hin. Sie ließ sich
taufen und erlebte in einer Vision, wie das Jesus ihr den Verlobungsring an
den Finger steckte.
Katharina reiste nach Alexandria. Als der römische Kaiser Maxentius während
eines Militärzugs in die Stadt heidnische Opfer auch von den Christen verlangte,
intervenierte sie und fragte, warum der Kaiser nicht seinem Aberglaube abschwöre
und sich zu Christus bekenne. Der Kaiser verlangte auch von ihr das Götzenopfer;
Katharina weigerte sich und bestand darauf, ihr Recht und ihre besseren Argumente
in einer Diskussion zu beweisen. Der Kaiser lud die 50 besten Philosophen ein,
die aber allesamt gegen die kluge Argumentation Katharinas die Waffen strecken
mussten und sich selbst taufen ließen; dafür wurden sie vom wütenden Kaiser
verbrannt. Nun bot er selbst Katharina die Ehe an; sie weigerte sich, worauf
der Kaiser ihr die Kleider vom Leib riss; er ließ sie mit bleikugelbesetzten
Geißeln ausgepeitschen und ins Gefängnis werfen. Im Kerker brachte ihr eine
weiße Taube Nahrung, ein Engel tröstete sie, worauf die Wachmannschaft sich
bekehrte.
Schließlich sollte Katharina gerädert und gevierteilt werden, doch die Räder
brachen und töteten statt dessen die Folterer. Dieses Wunder brachte das Volk,
die Garde und die Kaiserin auf ihre Seite. Als seine eigene Frau ein Bekenntnis
an die Macht des Christengottes ablegte, ließ der Kaiser Katharinas Brüste abreißen
und die seine ganze von ihr bekehrte Garde umbringen. Wenig später ließ er Katharina
enthaupten, doch aus ihrer Halswunde strömte kein Blut, sondern Milch; Engel
ergriffen ihren Leib und entführten sie auf den Berg Sinai, wo deshalb das Katharinenkloster
entstand.
Ab dem 13. Jahrhundert war Katharina nach Maria die meistverehrte Heilige. Am
"Kathrein-Tag" endete früher die Zeit des Viehs auf der freien Weide und begann
die Schafschur, Mägde und Knechte bekamen ihren Lohn ausbezahlt. Ab dem Katharina-Tag
durfte früher im alpenländischen Raum zur Vorbereitung auf Weihnachten und noch
bis zur Fastnacht nicht getanzt werden: "Kathrein stellt den Tanz ein." 1969
wurde ihr Tag als Feiertag aus dem römischen Kalender gestrichen.
Attribute: zerbrochenes Rad, Buch, Krone
Patronin der Kantone Wallis und Sitten, der Stadt Fribourg, von Eindhoven
in den Niederlanden, von Maaseik und den Gemeinden Sint-Katharina-Lombeek sowie
Sint-Katelijne-Waver bei Antwerpen in Belgien; der Mädchen, Jungfrauen und Ehefrauen;
der Hochschulen und Bibliotheken; der Philosophen, Theologen und Gelehrten,
Lehrer und Studenten, der Redner; der Krankenhäuser; der Wagner, Müller, Töpfer,
Gerber, Spinner, Tuchhändler, Seiler, Schiffer, Buchdrucker, Schuhmacher, Frisöre,
Näherinnen, Anwälte und Notare, und aller Berufe, die mit Rädern zu tun haben;
der Feldfrüchte; bei Migräne und Krankheiten der Zunge; für die Auffindung Ertrunkener
zurück